MOSES MENDELSSOHN STIFTUNG

Detektivinnen und Detektive der Geschichte – ein Abend zur Provenienzforschung

Hinter jedem Museumsstück, seien es Kunstwerke, Dinge des Alltags oder Bücher verbirgt sich eine Geschichte. Die Objektbiografie legt Spuren zu Authentizität. Sie verknüpft das Exponat mit den Biografien seiner ehemaligen Eigentümer. Und trägt zur Deutung des Objekts als Teil unseres kulturellen Gedächtnisses bei. Manchmal verdeckt der Glanz einer Sammlung eine belastete Vergangenheit. Während des Nationalsozialismus fanden Kulturgutverlagerungen bespiellosen Ausmaßes und Brutalität statt. Unzähliges privates Eigentum wurde durch Beschlagnahme, Zwangsverkäufe oder Zurücklassen bei Flucht, Deportation und Ermordung ihrer Besitzer verstreut und gelangte bis heute mitunter in Museen.

Wie finden wir heraus, wem ein Bild oder ein Buch einst gehörte? Wie gehen wir mit historischem Unrecht verantwortungsvoll um? Und welche Objekte mit ungeklärter Herkunft (lat. Provenienz) befinden sich in den
Museen Sachsen-Anhalts?

Wir laden Sie herzlich zu einem spannenden Einblick in die Arbeit der Moses Mendelssohn Akademie und des Berend Lehmann Museums für jüdische Geschichte und Kultur Halberstadt ein

Mittwoch, 24. Juni 2026, 18.00 Uhr, Klaus, Rosenwinkel 18

Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen, Direktorin der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt:
Das Schicksal der Bücher aus dem Buchbestand „Ernst Wolff“ 

Erfahren Sie mehr über das bereits abgeschlossene Provenienzforschungsprojekt: Wir haben die Wege von 4.500 Büchern rekonstruiert, die ehemaligen Berliner Jüdinnen und Juden entzogenen worden sind und suchen nach ihren Nachfahr:innen, um Restitutionen zu ermöglichen.

Marie Luise Wallroth, wissenschaftliche Mitarbeiterin Provenienzforschung Berend Lehmann Museum: 
Erforschung von Objekten vermeintlich jüdischer Herkunft

In 22 Sammlungen kooperierender Museen in Sachsen-Anhalt, von Aschersleben bis Zeitz, werden 176  Objekte untersucht. Es besteht der Verdacht, dass sie in der NS-Zeit jüdischen Eigentümer:innen NS
verfolgungsbedingt entzogen, abgepresst oder zurückgelassen wurden. Wir berichten vom aktuellen Stand dieses neuen und für Sachsen-Anhalt einzigartigen Projekts.

Provenienzforschung gleicht einer historischen Detektivarbeit. Sie zeigt, wie Museen, Sammlungen und Archive heute Verantwortung übernehmen, indem sie sich mit Geschichte auseinandersetzen, diese aufarbeiten und versuchen, Gerechtigkeit für die enteigneten und entrechteten Menschen herzustellen.

Podium:
Im Anschluss freuen wir uns auf ein Gespräch zu Provenienzforschung und Ihre Fragen mit

Dr. Annette Müller-Spreitz
Koordinierungsstelle Provenienzforschung am Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V.

Dr. Antje Gornig

Direktorin Städtisches Museum und Archive Halberstadt

Marie Luise Wallroth
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Provenienzforschung am Berend Lehmann Museum

Der Eintritt ist frei. 

Kommen Sie vorbei und werden Sie Teil dieser Spurensuche und dieses Austauschs!

Eine Veranstaltung der Stiftung Moses Mendelssohn Akademie und des Berend Lehmann Museums für jüdische Geschichte und Kultur im Rahmen des Projektes „Erforschung von Objekten vermeintlich jüdischer Herkunft in der Fläche von Sachsen-Anhalt – die Tiefenprüfung nach dem Erstcheck“.

Das Projekt wird gefördert von:

Abend zur Provenienzforschung
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