MOSES MENDELSSOHN STIFTUNG

Aktuelles & Presse

Hier finden Sie aktuelle Ankündigungen und Pressemitteilungen des Berend Lehmann Museums.
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Pressemitteilung: Kooperation mit der Fachhochschule der Polizei

Pressemitteilung zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Fachhochschule der Polizei und der Stiftung Moses Mendelssohn Akademie in Halberstadt am 22. April 2026

Die Fachhochschule der Polizei hat mit Beginn des Wintersemesters 2018/2019 für alle Auszubildenden und Studierenden verbindliche Projekttage am Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Trägerschaft der Moses Mendelssohn Akademie, folgend MMA, in Halberstadt eingeführt. Die Auszubildenden und Studierenden sollen mit jüdischer Geschichte und Kultur vertraut gemacht und sensibilisiert werden, antisemitische Straftaten als solche zu erkennen und entsprechend reagieren zu können.

Mit einem Kooperationsvertrag wird nun eine dauerhafte Grundlage für diese Zusammenarbeit geschaffen. Er sieht die regelmäßige Planung und Durchführung von Exkursionen in die MMA/BLM, die Durchführung und Beteiligung an gemeinsamen Work shops und die Konzipierung von neuen zielgruppenspezifischen Bildungsangeboten für die Fachhochschule Polizei vor.

Mit Blick auf die gemeinsame Vereinbarung erklärt die Kanzlerin der Fachhochschule Polizei Frau Seehase: „Die Beschäftigung der Studierenden und Auszubildenden der FH Polizei mit Antisemitismus und der jüdischen Geschichte ist kein „Zusatzwissen“, sondern ein zentraler Bestandteil professioneller, verantwortungsvoller Polizeiarbeit in einem demokratischen Staat. Auch fördert diese Bildung die persönliche Reflexion. Polizeianwärter und -anwärterinnen lernen, eigene Vorurteile zu hinterfragen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Das ist entscheidend, um Vertrauen in der Bevölkerung aufzubauen – gerade bei Gruppen, die historisch schlechte Erfah rungen mit staatlichen Institutionen gemacht haben.“

Die Chefkuratorin am Berend Lehmann Museum Anne Matviyets erklärt dazu: „Mit der FH Polizei in Aschersleben und ihren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verbindet uns seit Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ihren Willen zur Umsetzung von Präventivmaßnahmen gegen antisemitische Vorurteile schätzen wir. Bei uns lernen die Auszubildenden und Studierenden, dass jüdisches Leben historisch und aktuell selbstverständlich als Teil von Sachsen-Anhalt und Deutschland verstanden
wird und jüdische Menschen an der Gestaltung unserer Gegenwart maßgeblich mitgearbeitet haben.“

Hintergrund:
Die Landesregierung hat am 6. Oktober 2020 im „Landesprogramm für Jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus“ eine Vielzahl von Maßnahmen für alle gesellschaftlichen Bereiche beschlossen. Die Sensibilisierung der Polizeivollzugsbeamt*innen schon während ihrer Ausbildung und ihres Studiums an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben ist einer der zentralen Punkte.
Das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur ist ein authentischer Ort, der nicht nur die über 800 Jahre jüdische Geschichte in Halberstadt zeigt, sondern die Entwicklung der jüdischen Gemeinde anhand konkreter persönlicher Biografien erlebbar macht. Das ermöglicht einen unmittelbaren und emotionalen Zu
gang zum Thema und vermittelt ein besseres Verständnis für die Situation von Jüdin
nen und Juden in der Vergangenheit und heute.

Beitrag veröffentlicht am 23.04.2026

Call for Papers – Provenienz jüdischer Objekte erforschen und vermitteln

Das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur (BLM) organisiert am Montag, den 31. August 2026, eine wissenschaftliche Tagung in Halberstadt mit dem Thema „Provenienz jüdischer Objekte erforschen und vermitteln“.

Die Tagung soll sich aktuellen methodischen und theoretischen Fragen der Provenienzforschung zu NS- verfolgungsbedingt entzogenen Objekten widmen, insbesondere zu Objekten mit Verdachtsmoment auf Entzug von jüdischen Eigentümer:innen, wie beispielsweise Judaica oder jüdische Alltagsgegenstände inklusive Bücher. Darüber hinaus soll ein Austausch darüber stattfinden, wie komplexe Objektbiografien und Provenienzforschung insgesamt in Museen und Sammlungen auf kreative Art und Weise an unterschiedliche Öffentlichkeiten vermittelt werden können.

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit dem Thema können dabei folgende Fragen sein:

  • Welche Herausforderungen begegnen uns heute bei der Erforschung NS verfolgungsbedingt entzogener Objekte, insbesondere von Judaica und jüdischen Alltagsgegenständen
  • Neben geraubten Judaica und Alltagsobjekten jüdischer Eigentümer:innen in Museen und Sammlungen befinden sich in diesen zum Teil auch Fälschungen von Judaica, die den Einrichtungen nach 1945 zugingen.
  • Wie lassen sich diese Imitationen aus dem Kunsthandel mit Judaica identifizieren?
  • Wie gelingt es Museen und Sammlungen, diese Forschungsergebnisse und Objektbiografien in diesem Kontext sichtbar zu machen?
  • Wie wird Provenienzforschung auf kreative Weise in Ausstellungen integriert und vermittelt?
  • Wie kann Erforschung und Vermittlung trotz knapper personeller Ressourcen gelingen?
  • Welchen Herausforderungen begegnen Forschende und forschende Einrichtungen im Bereich der Provenienzforschung angesichts politischer Kritik und Einflussnahme in diesem Feld?
  • Welche Problemstellungen ergeben sich daraus für die Vermittlung von Forschungsergebnissen der Provenienzforschung
Hintergrund

Seit Januar 2026 leitet das Berend Lehmann Museum das Forschungsprojekt „Erforschung von Objekten vermeintlich jüdischer Herkunft in der Fläche von Sachsen-Anhalt – die Tiefenprüfung nach dem Erstcheck“. Von zwei Forscherinnen werden in einem Zeitraum von zunächst einem Jahr die Biografien von 176 Objekten erforscht, bei denen der Verdacht besteht, dass sie in der NS-Zeit verfolgungsbedingt verkauft, abgepresst oder zurückgelassen worden sein könnten. In diesem bisher beispiellosen Projekt werden in Sachsen-Anhalt so Objekte aus 22 Sammlungen von Museen untersucht, die ansonsten den Verdachtsmomenten aufgrund fehlender personeller und finanzieller Ressourcen und oft mangelnder Expertise in der Provenienzforschung nicht nachgehen können.

Das Projekt wird gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und der PostCode Lotterie.

Teilnahme und Einreichung

Die Tagung richtet sich an Wissenschaftler:innen im Bereich der Provenienzforschung, an Projektmitarbeiter:innen, die Sammlungen oder Objektbiografien untersuchen, an Mitarbeiter:innen von Museen, Sammlungen, Bibliotheken und Archiven im Bereich Forschung, Projektentwicklung, Sammlungsbetreuung oder Vermittlung. Wir freuen uns auf Sie, die Präsentation Ihrer Forschungsvorhaben oder -ergebnisse oder theoretischen sowie praxisbezogenen Beiträge zum Thema. Geplant sind unterschiedliche Formate: Kurzvorträge (15 min), Workshop-Sessions in einem Format Ihrer Wahl (90 min), Object Lessons und ggf. ein Project Speed Dating.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag für einen Beitrag in Form eines Exposés von max. 1.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) und einer kurzen biografischen Notiz bis zum 30. April 2026 (verlängerte EInreichfrist!) per E-Mail an folgende Adresse: thiele@mma-hbs.de.

Eine Rückmeldung über die Annahme Ihres Beitrags erhalten Sie bis Mitte Mai 2026. 

Bei Fragen zum Call for Papers wenden Sie sich bitte via E-Mail an: thiele@mma-hbs.de.

Den Open Call zum Download.

Pressemitteilung: Interaktiver Tisch zum Tag der Provenienzforschung am 8. April 2026

Das Berend Lehmann Museum Halberstadt öffnet seine Türen kostenfrei zum Tag der Provenienzforschung und präsentiert das im Januar gestartete Projekt „Erforschung von Objekten vermeintlich jüdischer Herkunft in der Fläche von Sachsen-Anhalt – die Tiefenprüfung nach dem Erstcheck“.

Die Besucher:innen bekommen an einem interaktiven Tisch (11-14 Uhr) Einblick in die Arbeit. In dem Forschungsvorhaben werden die Biografien von 176 Objekten in 22 Sammlungen von Museen erforscht, bei denen der Verdacht besteht, dass sie in der NS-Zeit verfolgungsbedingt verkauft, abgepresst oder zurückgelassen worden sein könnten.

Die beiden Forscherinnen des Projekts Anne Paschen und Marie Luise Wallroth geben im offenen Gespräch Einblicke in ihre Arbeit und beantworten Fragen zum Projekt, zu den Zielen und Methoden sowie zu den beforschten Objekten. Darüber hinaus wird es Raum für weitere Gespräche, Diskussionen und Fragen zum Thema Provenienzforschung geben. Einen anschaulichen Zugang zur Provenienzforschung bieten Bücher aus dem Forschungsprojekt „Buchbestand Ernst Wolff“, anhand derer die Biografien von enteigneten und ermordeten Jüdinnen und Juden sichtbar gemacht worden sind. 

Beide Projekte sind gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Der Eintritt in das Berend Lehmann Museum ist am Tag der Provenienzforschung frei.

Tag der Provenienzforschung, 8. April 2026
Interaktiver Tisch von 11–14 Uhr
Ort: Klaus, Rosenwinkel 18, 38820 Halberstadt

Beitrag veröffentlicht: 01.04.2026

Pressemitteilung: Landesweites Forschungsprojekt zur Aufarbeitung von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut startet

In dem für das Land Sachsen-Anhalt einzigartigen Projekt untersuchen zwei Provenienzforscherinnen die Herkunft von fast 180 Objekten, deren Besitzverhältnisse während der NS-Zeit ungeklärt sind. Es besteht der Verdacht, dass diese Objekte durch die Nationalisten von jüdischen Eigentümer:innen entzogen wurden. Das Projekt wird für ein Jahr gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste sowie der PostCode Lotterie. Die knapp 180 Objekte wurden in Erstchecks identifiziert, die der Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. in einem Zeitraum von fünf Jahren in 30 Museen durchführte. Dabei wurden in 21 Museen Objekte ermittelt, wo der Verdacht besteht, dass diese aus jüdischem Eigentum während der NS-Zeit entzogen wurden. Ziel des Projektes ist es nun, diese Objektbiografien zu erforschen. Geleitet wird das Projekt durch das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt. Mit seiner Trägerstiftung, der Stiftung Moses Mendelssohn Akademie, gilt es als ausgewiesene Einrichtung zur jüdischen Geschichte in Sachsen-Anhalt. Kooperationspartner ist der Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. sowie alle 21 beteiligten Museen im gesamten Bundesland. In der Pressekonferenz am 10. März 2026 um 12 Uhr informiert das Berend Lehmann Museum zu diesem landesweit koordinierten Forschungsvorhaben, dass sich zum Ziel setzt, mögliche NS-verfolgungsbedingte Entziehungen der Objekte aufzuarbeiten und jüdisches Erbe sichtbar zu machen.

Termin: 10. März 2026 – 12 Uhr
Ort: Klaus, Rosenwinkel 18, 38820 Halberstadt
Um vorherige Anmeldung wird gebeten an thiele@mma-hbs.de

Als Ansprechpartnerinnen treffen Sie:
Anne Sarah Matviyets, Chefkuratorin des Berend Lehmann Museums Halberstadt
Eva Thiele, Projektkoordinatorin am Berend Lehmann Museum Halberstadt
Anne Paschen, Provenienzforscherin am Berend Lehmann Museum Halberstadt
Marie Luise Wallroth, Provenienzforscherin am Berend Lehmann Museum Halberstadt
Dr. Annette Müller-Spreitz, Koordinierungsstelle Provenienzforschung am Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V

Beitrag veröffentlicht: 25.02.2026

 

Pressemitteilung: Holocaust-Gedenktag im Museum Synagoge Gröbzig – Kooperation bei Studienfahrten wird fortgesetzt

Pressemitteilung der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt 8/2026 

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar gibt es um 18 Uhr im Museum Synagoge Gröbzig eine Begegnung mit Nachfahren von ehemaligen jüdischen Einwohnern von Gröbzig. Zugleich unterzeichnen das Berend Lehmann-Museum Halberstadt, das Museum Synagoge Gröbzig und die Landeszentrale für politische Bildung eine Vereinbarung über die Weiterführung ihrer Kooperation zur Umsetzung von schulischen Studienfahrten in die beiden Einrichtungen. Jüdisches Leben für Schülerinnen und Schüler sichtbar und erlebbar zu machen sowie ein deutliches Zeichen gegen den erstarkenden Antisemitismus zu setzen: Das sind die Ziele des Kooperationsprojektes von Landeszentrale für politische Bildung, Berend-Lehmann-Museum in Halberstadt und dem Museum Synagoge Gröbzig, das seit dem 18. April 2024 besteht. Nach der erfolgreichen Pilotphase soll die Zusammenarbeit nun fortgesetzt werden. Dazu unterzeichnen Vertreterinnen und Vertreter der Einrichtungen am 27. Januar eine entsprechende Vereinbarung. „Unsere Kooperation versteht sich hier als Beitrag zur Stärkung einer lebendigen Erinnerungskultur, zur Förderung von Toleranz und Vielfalt sowie zur Sicherung jüdischen Lebens als selbstverständlichem Teil unserer pluralen Gesellschaft“, so der Direktor der Landeszentrale, Maik Reichel. Aus diesem Grund wird die Landeszentrale auch weiterhin schulische Studienfahrten zu Einrichtungen jüdischer Geschichte und Kultur in Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Vollfinanzierung der Fahrtkosten (Bus oder Bahn sowie ÖPNV) unterstützen, bis das dafür vorhandene finanzielle Budget ausgeschöpft ist. Im Gegenzug ermöglichen das Berend-Lehmann-Museum in Halberstadt und das Museum Synagoge Gröbzig den Schulklassen die Nutzung ihrer Einrichtungen einschließlich der pädagogischen Betreuung vor Ort. Die zuständigen Lehrerinnen und Lehrer stimmen sich dazu inhaltlich im Voraus mit der entsprechenden Einrichtung ab. „Wir wollen das im Land vorhandene Potenzial nutzen, um die jüdische Tradition und die Vielfalt jüdisches Leben zu vermitteln“, so Maik Reichel. So könne auch weitverbreiteten Stereotypen begegnet werden, die oft unbewusst bestünden und auch auf Social-Media-Plattformen anzutreffen seien. Zudem würden Jüdinnen und Juden nicht nur als Opfer und Verfolgte, sondern als Teil der deutschen Geschichte und Kultur sichtbar.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung
Tel.: 0391/567-6450, mob.: 01517/270 33 87

Die Vereinbarung im Wortlaut:
Jüdisches Leben ist seit über 1700 Jahren Teil unserer Gesellschaft in Deutschland. In dem Bewusstsein der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands und der Bedeutung jüdischen Lebens für die kulturelle, gesellschaftliche und demokratische Entwicklung unseres Landes schließen die Kooperationspartner diese Vereinbarung zur Unterstützung der beiden o.g. Museen durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Jüdische Museen sind Orte des Erinnerns, des Lernens und der Begegnung. Sie vermitteln jüdische Geschichte und Gegenwart, machen Vielfalt sichtbar und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur historisch-politischen Bildung, zur Demokratieförderung sowie zur Prävention von Antisemitismus und Ausgrenzung. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen und eines zunehmenden Bedarfs an Orientierung, Dialog und gegenseitigem Respekt verfolgen die Kooperationspartner das gemeinsame Ziel, die Bildungs-, Vermittlungs- und Begegnungsarbeit der beiden Museen im schulischen Kontext nachhaltig zu stärken, ihre Zugänglichkeit zu fördern und ihre Wirkung insbesondere für junge Menschen zu erweitern. Diese Kooperation versteht sich als Beitrag zur Stärkung einer lebendigen Erinnerungskultur, zur Förderung von Toleranz und Vielfalt sowie zur Sicherung jüdischen Lebens als selbstverständlichem Teil unserer pluralen Gesellschaft. Der Schule kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu. Neben dem Unterricht sind Studienfahrten zu authentischen Orten eine wichtige Ergänzung gerade zu diesem Thema. In den vergangenen Jahren ist die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland gestiegen. Ressentiments gegenüber jüdischen Menschen sind auch in Sachsen-Anhalt deutlich zu spüren. Der 7. Oktober 2023, als die islamistische Hamas den Staat Israel überfallen hat, wird als schwarzer Tag in die Weltgeschichte eingehen. In Sachsen-Anhalt mussten wir mit dem 9. Oktober 2019 einen schrecklichen antisemitischen Anschlag erleben, der zwei Todesopfer forderte. In unserem Bundesland existieren mehrere Orte, die seit vielen Jahrzehnten die Erinnerung an das reichhaltige jüdische Leben u.a. in Halberstadt und Gröbzig wachhalten. Diese Orte verweisen aber auch auf die Zeit des Nationalsozialismus und des Holocaust. Mit ihren Ausstellungen und pädagogischen Angeboten sind sie ein wichtiger außerschulischer Lernort. Aus diesem Grund unterstützt die Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen eines besonderen Projektes schulische Studienfahrten im Rahmen einer Vollfinanzierung der Fahrtkosten (Bus oder Bahn sowie ÖPNV), solange bis das vorhandene finanzielle Budget ausgeschöpft ist. Im Gegenzug ermöglichen das Berend-Lehmann-Museum in Halberstadt und das Museum Synagoge Gröbzig den Schulklassen die Nutzung ihrer Einrichtungen, einschließlich der pädagogischen Betreuung vor Ort. Die zuständigen Lehrerinnen und Lehrer stimmen sich dazu inhaltlich im Voraus mit der entsprechenden Einrichtung ab.

Beitrag veröffentlicht: 27.01.2026

Pressemitteilung: Verlängerung Forschungsprojekt "Buchbestand Ernst Wolff"

Seit Dezember 2022 arbeitet die Halberstädter Moses Mendelssohn Akademie (MMA) an der Umsetzung des Forschungsprojekts zum „Buchbestand Ernst Wolff“. Dieses wird vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und der Moses Mendelssohn Stiftung Berlin sowie
dem Stifter Manfred Wolff gefördert. Ziel ist die systematische Erfassung und Überprüfung von mehr als 4.000 Büchern.

Das Bücherkonvolut gelangte 1945 bei den Arbeiten für die Wiedereröffnung der Berliner Synagoge am Kreuzberger Fraenkelufer in den Besitz des Filmunternehmers Ernst Wolff (1903–1963), der die Shoa in einem Versteck in Berlin überlebt hatte. Ein Teil des Synagogengebäudes war seit 1942 durch den Kunst- und Raubguthändler Rudolf Sobczyk als Lager für Wohnungseinrichtungen aus der Vermögensverwertung deportierter Berliner Jüdinnen und Juden und weiterer Personengruppen missbraucht worden. Nach Wolffs Tod übernahm dessen Erbe Manfred Wolff den in Munitionskisten der Wehrmacht eingelagerten Buchbestand und übergab ihn 2018 für die wissenschaftliche Aufarbeitung an die MMA. In den ersten beiden Jahren sind die Bücher zunächst bibliothekarisch und archivalische erfasst und auf  vorhandene Provenienzmerkmale untersucht worden. Dabei konnten 150 Namen von Jüdinnen und Juden ermittelt werden, die von den Nationalsozialisten enteignet, deportiert und ermordet worden sind. Der Schwerpunkt der weiteren Forschung liegt nun auf der Recherche zu den Verfolgungs- und Verlustumständen. Anhand der Bücher wollen wir die Lebensgeschichten von Menschen rekonstruiert und an sie erinnern. Die Ergebnisse werden in den Datenbanken Looted Cultural Assests (LCA) und Lost Arts (LA) erfasst, um Nachfahren die Recherche nach Vermögensgegenständen ihrer Familien zu ermöglichen. Am Ende der Projektlaufzeit sollen die Ergebnisse im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz präsentiert werden.

Download der Pressemitteilung vom 11.11.2024

Beitrag veröffentlicht am 11.11.2024

Sonderausstellung - "Through Our Lens. Berlin aus der Perspektive ukrainischer Geflüchteter" vom 25.09.2024 bis 19.01.2025

Die Ausstellung „Through Our Lens. Berlin aus der Perspektive ukrainischer Geflüchteter“ wird vom 25.09. bis 22.12.2024 am Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur zu sehen sein. Halberstadt ist nach Berlin der zweite Ausstellungsort dieser Sonderausstellung. 

Achtzehn jüdische Frauen und Kinder nehmen Einwegkameras in die Hand und dokumentieren ihre Sicht auf Berlin – die Stadt, in die sie sich vor dem heutigen Krieg in der Ukraine retteten. Über 90 Fotografien und persönliche Texte der Autor:innen vermitteln private Momente und stellen Fragen nach jüdischer Sichtbarkeit im deutschen Stadtraum. Jenseits der medialen Kriegsberichterstattung, die die Wahrnehmung von den ukrainischen Geflüchteten prägt, zeigen die Protagonist:innen eine eigene Perspektive auf ihre Situation. In ihren Texten reflektieren sie ihre eigenen Erfahrungen mit Flucht, Evakuierung oder Migration.

Neben einer Ausstellung im Außenbereich (barrierefrei) finden Sie den Großteil dieser Ausstellung im Synagogenraum im Innenbereich des Museums (1.OG, nicht barrierefrei). Ein Begleitprogramm wird vertiefende Einblicke in das Thema der Ausstellung liefern und Bezüge zu Sachsen-Anhalt herstellen.
Informationen zum Begleitprogramm erhalten Sie unter news@mma-hbs.de

Die Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum in Zusammenarbeit mit Masorti e.V. – Verein zur Förderung der jüdischen Bildung und des jüdischen Lebens wurde inhaltlich erarbeitet von Dr. Alina Gromova und Inessa Dolinskaia. Die Ausstellungsgrafik und die Ausstellungsgestaltung übernahm das Studio IT’S ABOUT (Berlin).

Die Ausstellung am Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt wird gefördert durch den Ansprechpartner für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus.

Eröffnung:
Mittwoch, 25.09.2024 um 17:00 Uhr, Hof der Klaus, Rosenwinkel 18, 38820 Halberstadt
Eröffnung der Ausstellung durch Dr. Alina Gromova (Kuratorin der Ausstellung, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum) und Anne Matviyets (Chefkuratorin des Berend Lehmann Museums).

Öffnungszeiten der Ausstellung: Mai-Oktober 10-17 Uhr, November-April 10-16 Uhr
Ort: Klaus, Rosenwinkel 18, 38820 Halberstadt
Die Ausstellung ist in der Klaus (1. OG, kein barrierefreier Zugang) und im Hof des Museums (barrierefrei) zu sehen.

Zum Download: 
Plakat „Through Our Lens“ Halberstadt
Flyer „Through Our Lens“ Halberstadt
Pressemitteilung vom 12.09.2024

Beitrag veröffentlicht am 12.09.2024

Gemeinsame Erklärung der Hochschule Harz und der Moses Mendelssohn Akademie

Stand: 20.02.2024

Gemeinsame Erklärung der Hochschule Harz und der Moses Mendelssohn Akademie zur Sachbeschädigung am Banner über jüdisches Geschäftsleben am Willy-Cohn-Platz

Im Jahr 2021 haben die Hochschule Harz und die Moses Mendelssohn Akademie (mit Berend Lehmann Museum/BLM) eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Seitdem besteht ein fruchtbarer Austausch zwischen Hochschule und Museum. Bildungsangebote durch das BLM werden von Studierenden und Lehrpersonal der Hochschule wahrgenommen und das Personal des BLM wiederum beteiligt sich an der Arbeit der Hochschule. Ein Ziel der Kooperation ist es, die interkulturelle Kompetenz der Studierenden des Fachbereichs Verwaltungswissenschaften zu fördern.

Ein auch nach außen sichtbarer Teil der Kooperation ist die gemeinsame Verwirklichung des Projekts „Offene jüdische Häuser“, das seit einigen Jahren traditionell am Tag des offenen Denkmals durch die Moses Mendelssohn Akademie durchgeführt wird. Im Rahmen dieses Projekts konnte im September 2023 erstmalig ein Banner, das jüdisches Geschäftsleben in Halberstadt um 1918 darstellt, am Willy- Cohn-Platz vor der Hochschule Harz angebracht werden. Finanziert wurde das Banner von der Landeszentrale für politische Bildung, die ebenfalls Kooperationspartnerin für den „Tag der offenen jüdischen Häuser“ in Halberstadt ist. In Bildungsangebote des Museums (jüdischer Stadtrundgang) wurde das Banner auch im Anschluss an den Tag des offenen Denkmals einbezogen. Es wurde dann zwischen Donnerstag, dem 01.02.2024, und Samstag, dem 03.02.2024, durch Schnitte zerstört. Die Sachbeschädigung wurde umgehend der Polizei gemeldet und eine Anzeige aufgenommen.

Anne Matviyets, Chefkuratorin des Berend Lehmann Museums, erklärt dazu: „Die jüdisch-deutsche Geschichte Halberstadts hat durch das Aufhängen des Banners eine neue Sichtbarkeit im öffentlichen Raum bekommen. Die Sachbeschädigung ist – nach dem Raub des Straßenschilds der Judenstraße und dem Beschmieren der Steine der Erinnerung – der dritte Vorfall in wenigen Wochen, der als antisemitische Tat eingestuft werden kann. Wir beobachten die Entwicklungen mit Sorge.“

Prof. Dr. Folker Roland betont: „Jüdisch-deutsche Geschichte gehört zur Geschichte Halberstadts. Wir freuen uns, im Rahmen der Kooperation diese Perspektive sichtbar machen zu können und Menschen dafür zu sensibilisieren. Gerade mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und die Häufung antisemitischer Vorfälle in Deutschland ist das Zerstören dieses Zeugnisses jüdischen Lebens zu verurteilen. Wir hoffen, dass der Fall aufgeklärt wird.“

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