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Call for Papers – Provenienz jüdischer Objekte erforschen und vermitteln

Call for Papers - Provenienz jüdischer Objekte erforschen und vermitteln

Das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur (BLM) organisiert am Montag, den 31. August 2026, eine wissenschaftliche Tagung in Halberstadt mit dem Thema „Provenienz jüdischer
Objekte erforschen und vermitteln“.

Die Tagung soll sich aktuellen methodischen und theoretischen Fragen der Provenienzforschung zu NS- verfolgungsbedingt entzogenen Objekten widmen, insbesondere zu Objekten mit Verdachtsmoment auf
Entzug von jüdischen Eigentümer:innen, wie beispielsweise Judaica oder jüdische Alltagsgegenstände inklusive Bücher. Darüber hinaus soll ein Austausch darüber stattfinden, wie komplexe Objektbiografien und Provenienzforschung insgesamt in Museen und Sammlungen auf kreative Art und Weise an unterschiedliche Öffentlichkeiten vermittelt werden können.

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit dem Thema können dabei folgende Fragen sein:

  • Welche Herausforderungen begegnen uns heute bei der Erforschung NS verfolgungsbedingt entzogener Objekte, insbesondere von Judaica und jüdischen Alltagsgegenständen
  • Neben geraubten Judaica und Alltagsobjekten jüdischer Eigentümer:innen in Museen und Sammlungen befinden sich in diesen zum Teil auch Fälschungen von Judaica, die den Einrichtungen nach 1945 zugingen.
  • Wie lassen sich diese Imitationen aus dem Kunsthandel mit Judaica identifizieren?
  • Wie gelingt es Museen und Sammlungen, diese Forschungsergebnisse und Objektbiografien in diesem Kontext sichtbar zu machen?
  • Wie wird Provenienzforschung auf kreative Weise in Ausstellungen integriert und vermittelt?
  • Wie kann Erforschung und Vermittlung trotz knapper personeller Ressourcen gelingen?
  • Welchen Herausforderungen begegnen Forschende und forschende Einrichtungen im Bereich der Provenienzforschung angesichts politischer Kritik und Einflussnahme in diesem Feld?
  • Welche Problemstellungen ergeben sich daraus für die Vermittlung von Forschungsergebnissen der Provenienzforschung
Hintergrund

Seit Januar 2026 leitet das Berend Lehmann Museum das Forschungsprojekt „Erforschung von Objekten
vermeintlich jüdischer Herkunft in der Fläche von Sachsen-Anhalt – die Tiefenprüfung nach dem Erstcheck“.
Von zwei Forscherinnen werden in einem Zeitraum von zunächst einem Jahr die Biografien von 176 Objekten erforscht, bei denen der Verdacht besteht, dass sie in der NS-Zeit verfolgungsbedingt verkauft, abgepresst
oder zurückgelassen worden sein könnten. In diesem bisher beispiellosen Projekt werden in Sachsen-Anhalt so Objekte aus 22 Sammlungen von Museen untersucht, die ansonsten den Verdachtsmomenten aufgrund fehlender personeller und finanzieller Ressourcen und oft mangelnder Expertise in der Provenienzforschung
nicht nachgehen können.

Das Projekt wird gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und der PostCode Lotterie.

Teilnahme und Einreichung

Die Tagung richtet sich an Wissenschaftler:innen im Bereich der Provenienzforschung, an
Projektmitarbeiter:innen, die Sammlungen oder Objektbiografien untersuchen, an Mitarbeiter:innen von
Museen, Sammlungen, Bibliotheken und Archiven im Bereich Forschung, Projektentwicklung,
Sammlungsbetreuung oder Vermittlung. Wir freuen uns auf Sie, die Präsentation Ihrer Forschungsvorhaben
oder -ergebnisse oder theoretischen sowie praxisbezogenen Beiträge zum Thema. Geplant sind unterschiedliche Formate: Kurzvorträge (15 min), Workshop-Sessions in einem Format Ihrer Wahl
(90 min), Object Lessons und ggf. ein Project Speed Dating.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag für einen Beitrag in Form eines Exposés von max. 1.500 Zeichen (inkl.
Leerzeichen) und einer kurzen biografischen Notiz bis zum 30. April 2026 (verlängerte EInreichfrist!) per E-Mail an folgende Adresse:
thiele@mma-hbs.de.

Eine Rückmeldung über die Annahme Ihres Beitrags erhalten Sie bis Mitte Mai 2026. 

Bei Fragen zum Call for Papers wenden Sie sich bitte via E-Mail an: thiele@mma-hbs.de.

Den Open Call zum Download.

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