MOSES MENDELSSOHN STIFTUNG

Erforschung von Objekten vermeintlich jüdischer Herkunft in der Fläche von Sachsen-Anhalt – die Tiefenprüfung nach dem Erstcheck

Esther-Rolle als Beispiel für eines der rund 180 Objekte, die im Rahmen des Projektes erforscht werden

Neues Provenienzforschungsprojekt in Sachsen-Anhalt

In dem Projekt „Erforschung von Objekten vermeintlich jüdischer Herkunft in der Fläche von Sachsen-Anhalt – die Tiefenprüfung nach dem Erstcheck“ werden von zwei Forscherinnen in einem Zeitraum von zunächst einem Jahr die Biografien von 176 Objekten erforscht, bei denen der Verdacht besteht, dass sie in der NS-Zeit verfolgungsbedingt verkauft, abgepresst oder zurückgelassen worden sein könnten. In diesem bisher beispiellosen Projekt werden in Sachsen-Anhalt so Objekte aus 22 Sammlungen von Museen untersucht, die ansonsten den Verdachtsmomenten aufgrund fehlender personeller und finanzieller Ressourcen und oft mangelnder Expertise in der Provenienzforschung nicht nachgehen können.

Aufgrund der inhaltlichen Verortung und der langjährigen Kompetenzbildung im Bereich jüdische Sammlungen und jüdische Geschichte in Sachsen-Anhalt leitet das Berend Lehmann Museum, das von seiner Trägerstiftung, der Moses Mendelssohn Akademie, getragene Projekt.

Pressekonferenz mit Dr. Annette Müller-Spreitz, Museumsverband Sachsen Anhalt, Anne Matviyets, Kuratorin des Berend Lehamm Museums und Eva-Maria Thiele, Projektkoordinatorin des Provenienzforschungsprojekts
Pressekonferenz am 10.03.2026 | Foto Credits: Ulrich Schrader
Esther-Rolle als Beispiel für eines der rund 180 Objekte, die im Rahmen des Projektes erforscht werden
Pressekonferenz am 10.03.2026 | Foto Credits: Ulrich Schrader
Das Team des Provenienz-Forschungsprojekts v.l.n.r. Anne Matviyets, Eva-Maria Thiele, Marie Luise Wallroth, Anne Paschen, Dr. Annette Müller-Spreitz | Foto-Credits: Ulrich Schrader
Das Team des Provenienz-Forschungsprojekts v.l.n.r. Anne Matviyets, Eva-Maria Thiele, Marie Luise Wallroth, Anne Paschen, Dr. Annette Müller-Spreitz | Foto-Credits: Ulrich Schrader

Hintergrund

In den Jahren 2016 bis 2021 hat der Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. in vier Staffeln insgesamt 30 Museen in Sachsen-Anhalt einem Erstcheck zur Prüfung von Verdachtsmomenten in Kulturgut unterzogen. Dabei wurden bei 172 Objekten aus 21 Museen Verdachtsmomente auf NS-verfolgungsbedingten Entzug von jüdischen Eigentümer:innen gefunden.

Das Projekt wird gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und der PostCode Lotterie.

Hier finden Sie das Projekt in der Datenbank Provenienzforschung Proveana.

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