Jüdinnen und Juden lebten bis zu ihrer Vertreibung oder Deportation als Nachbarn von nicht-jüdischen Bürgern in den Städten. Sie waren in die Nachbarschaften integriert. Überschattet von der Erfahrung des Holocaust ist diese Tatsache vielfach aus dem Bewusstsein verschwunden. Das Projekt „Offene jüdische Häuser“ macht die frühere jüdische Nachbarschaft deutlich.
2026 wird die 1796 gegründete jüdische Schule, die Hascharath Zwi im Mittelpunkt stehen. Zentraler Ort ist Westendorf 15/15A, wo sich noch heute der 1899 eingeweihte Schulneubau befindet. Demzufolge wird das entsprechende Adressbuch die Basis für das Projekt sein. Hier das Adressbuch von 1900, da 1899 kein Adressbuch erschienen war. Vor 1899 war die Hascharath Zwi in der Judenstr. 27 und anschließend in einem eigens errichteten Anbau der Klaus im Rosenwinkel 18 ansässig. Diese Orte werden als Blick zurück in das Projekt einbezogen sein.
Die Geschichte der Schule wird Thema sein, mit dem Fokus auf ihre pädagogische Ausrichtung. Basierend auf dem Talmud und der neo-orthodoxen Interpretation des Derech Eretz, wurden weltliche Fächer wie Mathematik, Geografie oder moderne Sprachen gleichberechtigt zu den religiösen unterrichtet. Ab 1806 wurden, dem preußischen Schulgesetz folgend, Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet.