MOSES MENDELSSOHN STIFTUNG

Offene jüdische Häuser – Zu Gast bei …

Offene jüdische Häuser – Zu Gast bei … | Adressbuch 1928
8. September 2024 in Halberstadt | 12 – 17 Uhr
in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Hochschule Harz

Das Projekt findet anlässlich des Tages des offenen Denkmals 2024 statt.

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Offene jüdische Häuser – Zu Gast bei … | Adressbuch 1928
8. September 2024 in Halberstadt | 12 – 17 Uhr
in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Hochschule Harz

Juden:Jüdinnen lebten bis zu ihrer Vertreibung oder Deportation als Nachbarn von nicht-jüdischen Bürger:innen in den Städten. Sie waren in die Nachbarschaften integriert. Überschattet von der Erfahrung des Holocaust ist diese Tatsache vielfach aus dem Bewusstsein verschwunden. Das Projekt „Offene jüdische Häuser – Zu Gast bei …“ macht die frühere jüdische Nachbarschaft deutlich, indem heutige Bewohner:innen der Häuser oder Wohnungen ein Plakat im Fenster anbringen, das mitteilt, welche jüdische Familie dort gelebt hatte.

Die Adressen der damaligen jüdischen Bürger:innen sind auf der Homepage des Berend Lehmann Museums und der Homepage der Stadt Halberstadt zugänglich. Interessierte Halberstädter:innen können entsprechende Plakate in der Klaus, Rosenwinkel 18 erhalten.

Die Halberstädter Volksstimme, die Mitteldeutsche Zeitung und der MDR begleiten das Projekt und machen auf die Plakataktion aufmerksam.

Darüber hinaus sind ausgewählte Wohnungen oder Geschäftslokale zu vereinbarten Zeiten offen für Besucher:innen. Es finden dort Gespräche statt über die früheren jüdischen Bewohner:innen, historische Fotos können angeschaut werden, vielleicht sind Nachfahr:innen der jüdischen Familien zu Gast und stehen für Gespräche zur Verfügung, es kann ein Hauskonzert aufgeführt werden oder eine Lesung. Es findet ein aktives Erinnern statt.

Durch „Offene jüdische Häuser – Zu Gast bei…“ wird Geschichte lebendig. Jeder ist willkommen, um zuzuhören, selbst zu erzählen und zu Erinnerungen beizutragen.

Für das Projekt im Jahr 2024 dient das Halberstädter Adressbuch von 1928 als Grundlage.

Dieser Jahrgang spiegelt die Zuwanderung von Juden:Jüdinnen aus dem Osten wieder, vorrangig aus Polen in dieser Zeit. Zudem lässt dieses Adressbuch die Auswirkungen der Schließung des Standorts Halberstadt des Unternehmens Aron Hirsch & Sohn im Jahr 1927 erkennen.

Die Zuwanderung aus dem Osten wird das zentrale Thema der diesjährigen „Offenen jüdischen Häuser“ sein. Es werden u. a. die Biografien einiger der in dieser Zeit zugewanderten Familien vorgestellt, und es ist möglich, Nachfahr:innen zu begegnen. Lokal liegt der Schwerpunkt auf der Unterstadt, dem ehemaligen jüdischen Viertel und gleichzeitig dem Armenviertel Halberstadts. Die nach dem Ersten Weltkrieg aus Polen zugewanderten Juden:Jüdinnen fanden hier ihren ersten Wohnsitz.
Die meisten von den Zuwander:innen waren Schneider:innen oder handelten mit Manufaktur- oder Weißwaren. Ihre Lebenssituation war gekennzeichnet durch finanzielle Nöte und häufige Wohnungswechsel.

Nachfahr:innen dieser Familien und auch der Familie Hirsch werden an dem Projekttag am 8. September 2024 teilnehmen und an den Tagen davor oder danach für Gespräche in Schulen und /oder mit interessierten Bürger:innen zur Verfügung stehen.

Programm 8. September 2024 – Auftaktveranstaltung
12 Uhr | Klaus, Rosenwinkel 18, 38820 Halberstadt
Begrüßung | Einführung | Musikalische Umrahmung
Anschließend können die ausgewählten Orte individuell besucht werden. Für die Begegnungen und Aktionen wird ein Ablaufplan erstellt.