MOSES MENDELSSOHN STIFTUNG

Vortrag “Das Olympia-Attentat 1972: Staatsversagen, politische Deutung und die Geschichte einer fragmentierten Erinnerung“

mit Jérôme Buske

Das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München, bei dem elf israelische Sportler und ein deutscher Polizist ermordet wurden, gilt als das größte antisemitische Attentat nach 1945 in Deutschland. Die Veranstaltung nimmt das Attentat zum Ausgangspunkt, um die Rolle der DDR in der politischen Einordnung des Anschlags sowie die spätere Aufarbeitung in den neuen Bundesländern zu untersuchen. Welche Rolle spielten ideologische Rahmungen in der DDR und in Teilen der deutschen Linken? Und wie entsteht daraus eine Erinnerungskultur, die bis heute fragmentiert bleibt? Im Zentrum steht die Frage, wie Erinnerung organisiert wird: was sichtbar wird, was verschwindet und wie sich politische Deutung, Sprache und institutionelle Interessen überlagern. Die Veranstaltung greift den langen Konflikt um Verantwortung, Anerkennung und materielle Wiedergutmachung auf.

Jérôme Buske ist Kulturwissenschaftler und Politologe. Er hat mehrere Texte zur Erinnerung an das Olympia-Attentat 1972 veröffentlicht und sich intensiv mit Fragen von Zeugenschaft, Sprache und Erinnerungskultur beschäftigt. Als Referent bei MAKKABI Deutschland hat er Gedenkzeremonien zu München 1972 begleitet und engagiert sich seit Jahren politisch für eine kritische Aufarbeitung.

Zeit: 17:30 Uhr
Ort: Berend Lehmann Museum, Klaus, Rosenwinkel 18, 38820 Halberstadt
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Vortrag Olympia Attentat Jerome Buske
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